Zum Inhalt springen

ArtenGrüner Leguan

Grüner Leguan

Iguana iguana

Er wird sehr gross und lebt baumbewohnend: Der Platzbedarf eines ausgewachsenen Tiers sprengt jedes handelsübliche Terrarium. In der Schweiz bewilligungspflichtig.

Gruppe
Echse
Einordnung
Experte
Herkunft
Mittel- und Südamerika
Grüner Leguan (Iguana iguana)
Foto: Bernard DUPONT from FRANCE, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Wo die Art herkommt

Weltregion
Mittel- und Südamerika
Länder
Vom südlichen Mexiko über Mittelamerika bis Brasilien und Paraguay
Lebensraum
Tropische Wälder, Flussufer, Mangroven und feuchte Buschlandschaften

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Praktisch ein eigenes Zimmer. Wer den Platz nicht stellen kann, soll die Art nicht halten.
Temperatur
Sonnenplatz 38–40 °C, Umgebung 28–32 °C, nachts 22–24 °C.
Luftfeuchtigkeit
70–80 %, mehrmals täglich sprühen oder Beregnung.
Licht
Sehr starkes UV-B über zwölf Stunden. Der Bedarf ist bei dieser Art besonders hoch.
Bodengrund
Erde-Rinden-Gemisch, gut zu reinigen.
Einrichtung
Kräftige schräge Äste bis unter die Decke, breite Liegeflächen, Sichtschutz.
Wasser
Grosses Becken zum Baden, täglich frisch.
Fütterung
Ausschliesslich pflanzlich: Blätter, Kräuter, Gemüse. Kein tierisches Eiweiss: Es führt zu Nierenschäden.
Verhalten
Tagaktiv, klettert, sonnt ausgiebig. Männchen werden in der Paarungszeit angriffslustig, auch gegenüber Menschen.
Umgang
Erwachsene Männchen können ernsthaft verletzen: Schwanzhiebe, Krallen, Biss. Vorsicht ist kein Übertreiben.
Vergesellschaftung
Einzeln. Zwei Männchen niemals.
Gesundheit
Knochenschwund durch UV-B-Mangel und Nierenschäden durch falsches Futter sind die häufigsten Todesursachen.
Jahresverlauf
Keine Winterruhe: Der Grüne Leguan stammt aus dem tropischen Mittel- und Südamerika. Eine trockenere Phase von sechs bis acht Wochen mit Nachtabsenkung auf 20–22 °C entspricht dem Jahresrhythmus. Die Tageswerte und die UV-Versorgung bleiben unverändert — beides ist für diese Art auch im Winter nicht verhandelbar.
Sicherheit
Leguane über einem Meter Gesamtlänge sind nach Art. 89 TSchV bewilligungspflichtig und verlangen einen Sachkundenachweis. Der Grüne Leguan wird deutlich länger. Die Bewilligung ist vor dem Kauf einzuholen.

Rechtslage in der Schweiz

Bewilligung nötig

Bewilligungspflichtig. Art. 89 Buchstabe f TSchV erfasst Leguane, die erwachsen eine Gesamtlänge von mehr als 1 m erreichen. Der Grüne Leguan wird deutlich länger. Bewilligung vor der Anschaffung einholen

Ausbildung nötig

Sachkundenachweis nach Art. 85 Abs. 3 Buchstabe c TSchV erforderlich: Er ist Voraussetzung für die Bewilligung und vor der Anschaffung zu erwerben

Artenschutz beachten

CITES Anhang II: Einfuhr und Weitergabe nur mit Papieren. Beim Kauf Herkunfts- und Nachzuchtnachweis verlangen

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 16 (Grüne Leguane): Grundfläche 4 × 3 Körperlängen, Höhe 4 Körperlängen. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 2 × 2 Körperlängen.

Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Kopf-Rumpf-Länge, also ohne Schwanz. Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.

Kopf-Rumpf-LängeMindestens
30 cm120 × 90 × 120 cm
40 cm160 × 120 × 160 cm
50 cm200 × 150 × 200 cm

Vorübergehend dürfen Tiere in kleineren Gehegen gehalten werden: für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht sowie für die Winter- oder Kältestarre oder die Trockenruhe (Vorbemerkung D zu den Reptilien).

Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben unter «Haltung im Überblick» beschreiben, wie das Gehege eingerichtet sein soll, nicht wie klein es sein darf.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Die zu erwartende Endgrösse muss anhand des wissenschaftlichen Namens geprüft werden. Vor Anschaffung Bewilligungspflicht und Ausbildung beim Veterinäramt bestätigen lassen. Erforderlich sind artspezifische Wärme-, UV-, Licht-, Feuchtigkeits-, Bade-, Grab- und Klettermöglichkeiten sowie eine sichere Gehegekonstruktion.

Unterlagen

Herkunftsnachweis und Kaufvertrag immer aufbewahren. Bei bewilligungs- oder CITES-pflichtigen Arten zusätzlich Haltebewilligung, SKN und Artenschutzdokumente sichern.

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Grüner Leguan in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.