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Reptilien und Recht

Für welche Reptilien braucht man in der Schweiz eine Bewilligung?

Für Giftschlangen, soweit das BLV sie nicht als ungefährlich führt, Riesenschlangen über drei Meter (ausser der Boa constrictor), alle Chamäleons, Krokodilartige, Krustenechsen, Leguane, Tejus und Warane über einen Meter, einige weitere Echsen, Schildkröten wie die Spornschildkröte sowie Goliathfrosch und Riesensalamander. Artikel 89 der Tierschutzverordnung zählt sie auf.

Einträge in Art. 89
25
Arten mit eigener Seite
12

Die Bewilligung erteilt das kantonale Veterinäramt, und zwar vor der Anschaffung. Dazu kommt in aller Regel ein Sachkundenachweis nach Artikel 85 Absatz 3 der Tierschutzverordnung. Auch er muss vorliegen, bevor das Tier einzieht.

Wer ein bewilligungspflichtiges Tier ohne Bewilligung hält, verstösst gegen das Tierschutzgesetz. Das Tier kann beschlagnahmt werden, und eine nachträgliche Bewilligung ist nicht garantiert. Wer mit der Anschaffung liebäugelt, klärt deshalb zuerst beim Veterinäramt ab, ob die geplante Haltung überhaupt bewilligungsfähig ist.

Diese Übersicht ordnet die Einstufungen aus dem Datenbestand der App und ersetzt keine Auskunft. Verbindlich entscheidet das kantonale Veterinäramt, und zwar über den Einzelfall: nach Art, Herkunft, Grösse des Tieres und den Verhältnissen vor Ort.

Alles, was Artikel 89 erfasst

Artikel 89 der Tierschutzverordnung zählt auf, welche Wildtiere nur mit Bewilligung privat gehalten werden dürfen. Für Reptilien und Amphibien sind es die Buchstaben f, g und h mit 25 Einträgen, von einzelnen Arten bis zu ganzen Familien. Hier steht jeder davon mit dem Wortlaut der Verordnung, einer Erklärung und den Artenseiten, die es dazu schon gibt.

Schildkröten

  • Meeresschildkröten

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Meeresschildkröten (Cheloniidae, Dermochelyidae)»

    Die beiden Familien der Meeresschildkröten, also alle Arten von der Suppenschildkröte bis zur Lederschildkröte.

    • Ausbildung: Tierpflegerin oder Tierpfleger, bei nur einer Tiergruppe eine fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung (Art. 85 Abs. 1 und 2)
    • Fachgutachten nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: keine eigene Zeile in Anhang 2, es gilt Buchstabe K
  • Galapagos- und Seychellen-Riesenschildkröten

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Galapagos- und Seychellen-Riesenschildkröten (Chelonoidis nigra, Dipsochelys spp.)»

    Die Riesenschildkröten der Galapagosinseln und der Seychellen. Die Gattung Dipsochelys heisst heute Aldabrachelys.

    • Ausbildung: Tierpflegerin oder Tierpfleger, bei nur einer Tiergruppe eine fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung (Art. 85 Abs. 1 und 2)
    • Fachgutachten nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 1
  • Spornschildkröte

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Spornschildkröte (Geochelone [Centrochelys] sulcata)»

    Grosse Landschildkröte aus dem Sahel, heute Centrochelys sulcata. Die Verordnung führt sie getrennt von den Riesenschildkröten (Anhang 2, Anmerkung 6 zu Tabelle 5). Deshalb genügt ein Sachkundenachweis. Das BLV bestätigt das in seiner Fachinformation 13.2 und hat einen Sachkundenachweis-Kurs eigens für Spornschildkröten anerkannt.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Fachgutachten nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 2

    Artenseiten dazu: Spornschildkröte

  • Alligatorschildkröten

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Alligatorschildkröten (Chelydridae)»

    Die Familie der Schnapp- und Geierschildkröten. Tabelle 5 nennt die Geierschildkröte (Macroclemys temminckii) und die Schnappschildkröten (Chelydra). Anhang 2 zählt beide zu den wehrhaften Reptilien.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Kein Fachgutachten nach Art. 92 vorgeschrieben
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffern 5 und 5a
  • Schlangenhalsschildkröten

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Schlangenhalsschildkröten (Chelidae)»

    Die ganze Familie der Halswender aus Südamerika, Australien und Neuguinea, die den Hals seitlich unter den Panzer legen, etwa die Fransenschildkröte (Chelus fimbriata).

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Kein Fachgutachten nach Art. 92 vorgeschrieben
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 11
  • Pelomedusenschildkröten

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Pelomedusenschildkröten (Pelomedusiae)»

    Halswender aus Afrika und Madagaskar, die Familie Pelomedusidae mit den Gattungen Pelomedusa und Pelusios.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Kein Fachgutachten nach Art. 92 vorgeschrieben
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 10
  • Grosse Weichschildkröten

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «grosse Weichschildkröten (Amyda cartilaginea, Aspideretes nigricans, Chitra spp., Pelochelys spp., Rafetus spp., Trionyx triunguis)»

    Weichschildkröten haben einen ledrigen Panzer ohne Hornschilde. Bewilligungspflichtig sind nur die genannten grossen Arten und Gattungen; kleinere wie Apalone oder Pelodiscus stehen in Tabelle 5 unter Ziffer 7 ohne Bewilligungsvermerk.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Kein Fachgutachten nach Art. 92 vorgeschrieben
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 6
  • Grosse Schienenschildkröte

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «grosse Schienenschildkröten (Podocnemis expansa)»

    Nur die Arrauschildkröte aus dem Amazonasgebiet. Die übrigen Schienenschildkröten stehen in Tabelle 5 unter Ziffer 12a ohne Bewilligungsvermerk.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Kein Fachgutachten nach Art. 92 vorgeschrieben
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 12
  • Grosse asiatische Flussschildkröten

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «grosse asiatische Flussschildkröten (Batagur borneensis, Orlitia borneensis)»

    Nur diese zwei Arten aus der Familie der Asiatischen Flussschildkröten (Geoemydidae).

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Kein Fachgutachten nach Art. 92 vorgeschrieben
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 8a

Krokodilartige und Brückenechsen

  • Krokodilartige

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «alle Krokodilartigen (Crocodylia)»

    Alle Krokodile, Alligatoren, Kaimane und Gaviale, ohne Ausnahme und unabhängig von der Grösse.

    • Ausbildung: Tierpflegerin oder Tierpfleger, bei nur einer Tiergruppe eine fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung (Art. 85 Abs. 1 und 2)
    • Fachgutachten nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 59
  • Brückenechsen

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Brückenechsen (Sphenodon spp.)»

    Die Tuatara aus Neuseeland. Trotz des Namens keine Echsen, sondern die letzten Vertreter einer eigenen Ordnung (Rhynchocephalia).

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Fachgutachten nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 60

Echsen

  • Drusenköpfe

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Drusenköpfe (Conolophus spp.)»

    Die Landleguane der Galapagosinseln.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Fachgutachten nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 17
  • Meerechse

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Meerechsen (Amblyrhynchus cristatus)»

    Der Leguan der Galapagosinseln, der im Meer nach Algen taucht.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Fachgutachten nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: keine eigene Zeile in Anhang 2, es gilt Buchstabe K
  • Leguane, Tejus und Warane über 1 m

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Leguane, Tejus und Warane, die erwachsen eine Gesamtlänge von mehr als 1 m erreichen»

    Gemessen wird die Gesamtlänge erwachsener Tiere, also mit Schwanz. Tabelle 5 nennt mit Bewilligungsvermerk die Grünen Leguane (Iguana), grosse bodenbewohnende Leguane wie die Wirtelschwanzleguane (Cyclura), Krokodiltejus (Dracaena, Crocodilurus), Grosstejus (Tupinambis) und die Grosswarane der Ziffern 36 bis 41.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Fachgutachten nur für Wirtelschwanzleguane (Cyclura spp.) nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffern 16, 17, 26, 27 und 36 bis 41

    Artenseiten dazu: Argentinischer Schwarzweisser Teju, Grüner Leguan, Steppenwaran

  • Mitchells Waran

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Mitchells Waran (Varanus mitchelli)»

    Ein Waran aus Nordaustralien, der am Wasser lebt. Namentlich genannt, also unabhängig von der Länge bewilligungspflichtig.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Kein Fachgutachten nach Art. 92 vorgeschrieben
    • Mindestmasse: keine eigene Zeile in Anhang 2, es gilt Buchstabe K
  • Rostkopfwaran

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Rostkopfwaran (Varanus semiremex)»

    Ein Waran aus den Mangroven Nordostaustraliens. Namentlich genannt, also unabhängig von der Länge bewilligungspflichtig.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Kein Fachgutachten nach Art. 92 vorgeschrieben
    • Mindestmasse: keine eigene Zeile in Anhang 2, es gilt Buchstabe K
  • Krustenechsen

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Krustenechsen (Heloderma)»

    Giftige Echsen aus Nord- und Mittelamerika, alle Arten der Gattung, darunter Gila-Krustenechse (Heloderma suspectum) und Skorpions-Krustenechse (Heloderma horridum). Für ihre Gehege gelten die Sicherheitsvorschriften für giftige Reptilien.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Kein Fachgutachten nach Art. 92 vorgeschrieben
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffern 35 und 35a

    Artenseiten dazu: Gila-Krustenechse

  • Segelechsen

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Segelechsen (Hydrosaurus spp.)»

    Grosse Agamen mit hohem Schwanzkamm, die in Südostasien und auf Neuguinea am Wasser leben.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Kein Fachgutachten nach Art. 92 vorgeschrieben
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 18
  • Flugdrachen

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Flugdrachen (Draco spp)»

    Kleine Agamen Süd- und Südostasiens, die mit seitlichen Hautsegeln von Baum zu Baum gleiten.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Fachgutachten nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 23a
  • Dornteufel

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Dornteufel (Moloch horridus)»

    Eine stachelige Agame aus den Trockengebieten Australiens, die sich fast nur von Ameisen ernährt.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Fachgutachten nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffer 23b

Chamäleons

  • Alle Chamäleons

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «alle Chamäleons (Chamaeleonidae)»

    Jede Chamäleonart ist bewilligungspflichtig, vom Jemenchamäleon bis zum kleinsten Erdchamäleon. Verboten ist keine: Mit Bewilligung darfst du jede Art halten. Beim Kauf brauchst du zusätzlich Artenschutzpapiere: Alle Chamäleons stehen in CITES-Anhang II, Brookesia perarmata sogar in Anhang I.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Fachgutachten für alle ausser dem Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus) nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffern 13 bis 15

    Artenseiten dazu: Jemenchamäleon, Pantherchamäleon, Stummelschwanz-Chamäleon, Teppichchamäleon

Schlangen

  • Riesenschlangen über 3 m

    Art. 89 Bst. f TSchV

    «Riesenschlangen, die erwachsen mehr als 3 m lang werden, ausgenommen Königsboa (Boa constrictor)»

    Riesenschlangen sind Pythons und Boas. Tabelle 5 nennt mit Bewilligungsvermerk Epicrates angulifer, Liasis olivaceus, L. oenpelliensis, L. papuanus, Morelia amethistina, M. boeleni, Python molurus, P. natalensis, P. reticulatus, P. sebae und alle Anakondas (Eunectes). Kleine und mittelgrosse Pythons und Boas wie Königspython oder Teppichpython stehen unter Ziffer 43a ohne Vermerk.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Kein Fachgutachten nach Art. 92 vorgeschrieben
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffern 42 und 43

    Artenseiten dazu: Dunkler Tigerpython, Netzpython

  • Giftschlangen

    Art. 89 Bst. h TSchV

    «Schlangen, die über einen Giftapparat verfügen und das Gift einsetzen können (Giftschlangen), ausgenommen die vom BLV in einer Verordnung festgelegten ungefährlichen Giftschlangen.»

    Giftapparat heisst Giftdrüsen und Giftzähne. Darunter fallen etwa Kobras, Mambas und Seeschlangen (Giftnattern), Vipern und Grubenottern wie die Klapperschlangen sowie einzelne Nattern, die Tabelle 5 ausdrücklich nennt (Rhabdophis, Balanophis, Boiga dendrophila, B. blandingii, Dispholidus typus, Thelotornis). Ausgenommen sind die Gattungen und Arten auf der Liste des BLV weiter unten.

    • Ausbildung: Sachkundenachweis genügt (Art. 85 Abs. 3 Bst. c)
    • Fachgutachten nur für Seeschlangen (Hydrophiinae) nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 5, Ziffern 44 bis 58
    • Zur Liste der ungefährlichen Giftschlangen

    Artenseiten dazu: Texas-Klapperschlange

Amphibien

  • Goliathfrosch

    Art. 89 Bst. g TSchV

    «Goliathfrosch»

    Der grösste Frosch der Welt (Conraua goliath) aus Kamerun und Äquatorialguinea. Den wissenschaftlichen Namen nennt die Verordnung nicht.

    • Ausbildung: Tierpflegerin oder Tierpfleger, bei nur einer Tiergruppe eine fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung (Art. 85 Abs. 1 und 2)
    • Fachgutachten nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: keine eigene Zeile in Anhang 2, es gilt Buchstabe K
  • Riesensalamander

    Art. 89 Bst. g TSchV

    «Riesensalamander»

    Die Riesensalamander Ostasiens (Andrias) und der nordamerikanische Schlammteufel (Cryptobranchus alleganiensis). Tabelle 6 führt beide unter Ziffer 12 mit Bewilligungsvermerk.

    • Ausbildung: Tierpflegerin oder Tierpfleger, bei nur einer Tiergruppe eine fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung (Art. 85 Abs. 1 und 2)
    • Fachgutachten nötig (Art. 92 Abs. 1)
    • Mindestmasse: Anhang 2 Tabelle 6, Ziffer 12

Wortlaut nach der Tierschutzverordnung (SR 455.1) in der Fassung vom 1. Februar 2026, abgerufen auf Fedlex am 16. Oktober 2026. Tierschutzverordnung auf Fedlex

Ungefährliche Giftschlangen: die Liste des BLV

Giftschlangen, die das BLV als ungefährlich festlegt, brauchen keine Bewilligung (Art. 89 Bst. h TSchV). Die Liste steht im Anhang der Verordnung des BLV über die Haltung von Wildtieren (SR 455.110.3, Art. 17).

Sie hat 422 Zeilen: 363 ganze Gattungen, bei denen alle Arten als ungefährlich gelten («spp.»), und 53 einzelne Arten aus 6 Gattungen, von denen andere Arten bewilligungspflichtig bleiben. Die meisten Einträge sind Nattern (Colubridae). Was nicht auf der Liste steht und einen Giftapparat hat, braucht eine Bewilligung.

Von den Schlangen mit eigener Seite stehen diese über ihre Gattung auf der Liste: Afrikanische Hausschlange (Boaedon), Amurnatter (Elaphe), Erdnatter (Pantherophis), Gophernatter (Pituophis), Kalifornische Kettennatter (Lampropeltis), Kornnatter (Pantherophis), Mandarinnatter (Euprepiophis), Mexikanische Königsnatter (Lampropeltis), Milchschlange (Lampropeltis), Schönnatter (Elaphe), Schwarze Königsnatter (Lampropeltis), Strumpfbandnatter (Thamnophis), Westliche Hakennasennatter (Heterodon).

Alle 422 Einträge anzeigen

Anmerkung der Verordnung: Die Angabe «spp.» in der Spalte Art bedeutet, dass alle der betreffenden Gattung zugeordneten Arten als ungefährlich gelten.

Acrochordidae1 Eintrag

Acrochordus

Aniliidae1 Eintrag

Anilius

Anomalepididae4 Einträge

Anomalepis, Helminthophis, Liotyphlops, Typhlophis

Anomochilidae1 Eintrag

Anomochilus

Colubridae297 Einträge

Adelophis, Adelphicos, Aeluroglena, Afronatrix, Ahaetulla, Alsophis, Amastridium, Amnesteophis, Amphiesma, Amphiesmoides, Anoplohydrus, Apostolepis, Aprosdoketophis, Archelaphe, Argyrogena, Arizona, Arrhyton, Aspidura, Atractus, Atretium, Bamanophis, Blythia, Bogertophis, Boiruna, Borikenophis, Caaeteboia, Calamaria, Calamodontophis, Calamorhabdium, Caraiba, Carphophis, Cemophora, Cercophis, Chapinophis, Chersodromus, Chilomeniscus, Chionactis, Chironius, Chrysopelea, Clelia, Clonophis, Coelognathus, Collorhabdium, Coluber, Colubroelaps, Coniophanes, Conophis, Conopsis, Contia, Coronella, Crisantophis, Crotaphopeltis, Cryophis, Cubophis, Cyclocorus, Cyclophiops, Dasypeltis, Dendrelaphis, Dendrophidion, Diadophis, Diaphorolepis, Dinodon, Dipsadoboa, Dipsas, Ditaxodon, Dolichophis, Drepanoides, Drymarchon, Drymobius, Drymoluber, Dryocalamus, Dryophiops, Echinanthera, Eirenis, Elachistodon, Elaphe, Elapoidis, Elapomorphus, Emmochliophis, Enuliophis, Enulius, Erythrolamprus, Etheridgeum, Euprepiophis, Farancia, Ficimia, Geagras, Geophis, Gomesophis, Gongylosoma, Gonyophis, Gonyosoma, Grayia, Gyalopion, Haitiophis, Hapsidophrys, Helicops, Helophis, Hemerophis, Hemorrhois, Heterodon, Hierophis, Hologerrhum, Hydrablabes, Hydraethiops, Hydrodynastes, Hydromorphus, Hydrops, Hypsiglena, Hypsirhynchus, Ialtris, Iguanognathus, Imantodes, Lampropeltis, Leptodeira, Leptodrymus, Leptophis, Limnophis, Lioheterophis, Liopeltis, Liophis, Lycodon, Lycognathophis, Lygophis, Lytorhynchus, Macrocalamus, Macroprotodon, Magliophis, Manolepis, Mastigodryas, Meizodon, Mussurana, Myersophis, Natriciteres, Natrix, Nerodia, Ninia, Nothopsis, Oligodon, Omoadiphas, Oocatochus, Opheodrys, Opisthotropis, Oreocalamus, Oreocryptophis, Orthriophis, Oxybelis, Oxyrhopus, Pantherophis, Parahelicops, Paraphimophis, Pararhabdophis, Paratapinophis, Philothamnus, Phimophis, Phyllorhynchus, Pituophis, Plagiopholis, Platyceps, Plesiodipsas, Pliocercus, Poecilopholis, Pseudalsophis, Pseudelaphe, Pseudoboa, Pseudoeryx, Pseudoficimia, Pseudoleptodeira, Pseudorabdion, Pseudotomodon, Pseudoxenodon, Pseustes, Psomophis, Ptyas, Ptychophis, Rabdion, Regina, Rhabdops, Rhachidelus, Rhadinaea, Rhadinella, Rhadinophanes, Rhadinophis, Rhamnophis, Rhinechis, Rhinobothryum, Rhinocheilus, Rhynchocalamus, Rhynchophis, Rodriguesophis, Salvadora, Saphenophis, Scaphiodontophis, Scaphiophis, Scolecophis, Seminatrix, Senticolis, Sibon, Sibynomorphus, Sibynophis, Simophis, Sinonatrix, Siphlophis, Sonora, Sordellina, Spalerosophis, Spilotes, Stegonotus, Stenorrhina, Storeria, Symphimus, Sympholis, Synophis, Taeniophallus, Tantalophis, Tantilla, Tantillita, Telescopus, Tetralepis, Thalesius, Thamnodynastes, Thamnophis, Thermophis, Thrasops, Tomodon, Trachischium, Tretanorhinus, Trimetopon, Trimorphodon, Tropidoclonion, Tropidodipsas, Tropidodryas, Tropidonophis, Uromacer, Uromacerina, Urotheca, Virginia, Xenelaphis, Xenochrophis, Xenodon, Xenopholis, Xyelodontophis

Boiga, nur diese Arten: B. adamanensis, B. angualata, B. barnesii, B. beddomei, B. benkuluensis, B. bouretti, B. ceylonensis, B. cyanea, B. cynodon, B. dightoni, B. drapiezeii, B. forsteni, B. gokool, B. gunagxiensis, B. irregularis, B. jaspidea, B. kraepelini, B. multifasciata, B. multomaculata, B. nuchalis, B. ochracea, B. philippina, B. quincunciata, B. saengsomi, B. schultzei, B. siamensis, B. tanahjampeana, B. trigonata, B. wallachiAnmerkung: «bewilligungspflichtig sind: B. dendrophila, B. nigriceps, B. blandingii, B. pulverulenta»

Phalotris, nur diese Arten: P. bilineatus, P. concolor, P. cuyanus, P. labiomaculatus, P. lativittatus, P. matogrossensis, P. mertensi, P. multipunctatus, P. nasutus, P. nigrilatus, P. punctatus, P. sansebastiani, P. tricolorAnmerkung: «bewilligungspflichtig ist: Phalotris lemniscatus»

Philodryas, nur diese Arten: P. baroni, P. matogrossensis, P. psammophidea, P. trilineataAnmerkung: «bewilligungspflichtig ist: Philodryas olfersii»

Tachymenis, nur diese Arten: T. affinis, T. attenuata, T. chilensis, T. elongata, T. tarmensisAnmerkung: «bewilligungspflichtig ist: Tachymenis peruviana»

Cylindrophiidae1 Eintrag

Cylindrophis

Gerrhopilidae / Typhlopidae9 Einträge

Acutotyphlops, Afrotyphlops, Cyclotyphlops, Gerrhopilus, Grypotyphlops, Letheobia, Ramphotyphlops, Rhinotyphlops, Typhlops

Homalopsidae17 Einträge

Bitia, Brachyorrhos, Calamophis, Cantoria, Cerberus, Dieurostus, Djokoiskandarus, Enhydris, Erpeton, Ferania, Fordonia, Gerarda, Heurnia, Homalopsis, Myron, Myrrophis, Pseudoferania

Lamprophiidae61 Einträge

Alluaudina, Amblyodipsas, Amplorhinus, Aparallactus, Boaedon, Bothrolycus, Bothrophthalmus, Brachyophis, Brygophis, Buhoma, Chamaelycus, Chilorhinophis, Compsophis, Dendrolycus, Dipsina, Ditypophis, Dromicodryas, Duberria, Elapotinus, Exallodontophis, Gonionotophis, Hemirhagerrhis, Heteroliodon, Hormonotus, Hypoptophis, Inyoka, Ithycyphus, Lamprophis, Langaha, Leioheterodon, Liophidium, Liopholidophis, Lycodonomorphus, Lycodryas, Lycophidion, Macrelaps, Madagascarophis, Micrelaps, Micropisthodon, Mimophis, Montaspis, Oxyrhabdium, Pararhadinaea, Parastenophis, Phisalixella, Polemon, Prosymna, Psammodynastes, Psammophis, Psammophylax, Pseudaspis, Pseudoboodon, Pseudoxyrhopus, Pythonodipsas, Rhagerhis, Rhamphiophis, Thamnosophis

Homoroselaps, nur diese Arten: H. dorsalisAnmerkung: «bewilligungspflichtig ist: Homoroselops lacteus»

Malpolon, nur diese Arten: M. moilensisAnmerkung: «bewilligungspflichtig ist: Malpolon monspessulanus»

Leptotyphlopidae12 Einträge

Epacrophis, Epictia, Leptotyphlops, Mitophis, Myriopholis, Namibiana, Rena, Rhinoleptus, Siagonodon, Tetracheilostoma, Tricheilostoma, Trilepida

Pareatidae3 Einträge

Aplopeltura, Asthenodipsas, Pareas

Typhlopidae1 Eintrag

Anilios

Uropeltidae8 Einträge

Brachyophidium, Melanophidium, Platyplectrurus, Plectrurus, Pseudotyphlops, Rhinophis, Teretrurus, Uropeltis

Xenodermatidae5 Einträge

Achalinus, Fimbrios, Stoliczkia, Xenodermus, Xylophis

Xenotyphlopidae1 Eintrag

Xenotyphlops

Namen und Schreibweisen wie im amtlichen Text, auch wo sie von der heutigen Systematik abweichen (etwa «Homoroselops lacteus»).

Fassung vom 1. März 2015, bisher die einzige. Abgerufen auf Fedlex am 16. Oktober 2026. Wildtierverordnung des BLV auf Fedlex

Was es dazu braucht

Was die Tierschutzverordnung für eine bewilligungspflichtige Haltung verlangt, jeweils mit dem Artikel, in dem es steht.

  • Bewilligung vor dem Einzug

    Bewilligungspflichtig ist schon das Halten (Art. 89). Das Gesuch stellst du beim kantonalen Veterinäramt des Kantons, in dem das Tier leben soll, mit dem Formular nach Vorlage des BLV (Art. 94). Es fragt unter anderem nach Tierarten und Höchstzahl, nach Grösse und Einrichtung der Gehege und nach der Ausbildung der Betreuungspersonen (Art. 209a Abs. 2). Eine private Bewilligung gilt höchstens zwei Jahre und kann mit Bedingungen und Auflagen verbunden werden (Art. 96).

  • Voraussetzungen

    Erteilt wird die Bewilligung nur, wenn Räume, Gehege und Einrichtungen zu Art und Zahl der Tiere passen und die Tiere nicht entweichen können, wenn die Tiere soweit nötig vor Witterung, Störung, Lärm und Abgasen geschützt sind und wenn die Anforderungen an die Ausbildung erfüllt sind (Art. 95 Abs. 1 Bst. a, c und d). Eine regelmässige tierärztliche Überwachung muss nachgewiesen werden, ausser bei kleinen privaten Tierhaltungen (Bst. e).

  • Ausbildung

    Betreust du bewilligungspflichtige Reptilien privat und ausschliesslich selbst, genügt ein Sachkundenachweis (Art. 85 Abs. 3 Bst. c): ein anerkannter Kurs oder ein Praktikum (Art. 198). Ausgenommen sind Riesen- und Meeresschildkröten sowie Krokodile. Für sie, für Goliathfrosch und Riesensalamander, die Abs. 3 nicht nennt, und für jede Haltung, in der auch andere die Tiere betreuen, gilt Abs. 1: Betreuung unter der Verantwortung einer Tierpflegerin oder eines Tierpflegers. Bei nur einer Tiergruppe mit ähnlichen Ansprüchen genügt eine fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung (FBA) mit Theorie und Praxis (Abs. 2, Art. 197).

  • Fachgutachten

    Für einzelne Arten gibt es die Bewilligung nur mit dem Gutachten einer unabhängigen, anerkannten Fachperson, das belegt, dass Gehege und Einrichtungen eine tiergerechte Haltung ermöglichen (Art. 92 Abs. 1 Bst. h und i). Das betrifft Meeresschildkröten, Galapagos- und Seychellen-Riesenschildkröten, die Spornschildkröte, alle Krokodilartigen, Brückenechsen, Drusenköpfe, Meerechsen, Wirtelschwanzleguane, alle Chamäleons ausser dem Jemenchamäleon, Flugdrachen, Dornteufel, Seeschlangen, Goliathfrosch und Riesensalamander. Die Fachperson bestimmst du zusammen mit der Behörde (Art. 92 Abs. 2).

  • Tierbestandeskontrolle

    Mit der Bewilligung führst du eine Tierbestandeskontrolle (Art. 93): je Art jeden Zuwachs mit Datum, Geburt oder Herkunft und Anzahl, jeden Abgang mit Datum, Name und Adresse des Abnehmers oder Tod, Todesursache, soweit bekannt, Art der Tötung und Anzahl.

  • Gehege und Mindestmasse

    Die Mindestmasse stehen in Anhang 2, Tabelle 5 für Reptilien und Tabelle 6 für Amphibien; bewilligungspflichtige Zeilen tragen dort einen eigenen Vermerk. Gerechnet wird in Körperlängen des grössten Tieres: bei Echsen und Krokodilen die Kopf-Rumpf-Länge, bei Schildkröten die Panzerlänge, bei Schlangen die Gesamtlänge (Vorbemerkung A zu den Reptilien). Für Arten ohne eigene Zeile gilt Buchstabe K: Das Gehege muss so viel Raum bieten, dass die nötigen Strukturen darin Platz finden; als Richtschnur gelten Fachgutachten.

    Mindestmass für deine Art berechnen

  • Sicherheit

    Gehege für wehrhafte Reptilien wie Schnapp- und Geierschildkröten, für giftige wie Krustenechsen und Giftschlangen, für grosse Riesenschlangen und grosse Echsen müssen so gebaut und betrieben werden, dass der Sicherheit ausreichend Rechnung getragen wird, und brauchen Sicherheitsverschlüsse wie Schlösser oder Verschlussriegel (Anhang 2, Vorbemerkung C zu den Reptilien). In öffentlich zugänglichen Haltungen kommen Sicherheitsglas und Schlupfkästen oder Absperranlagen dazu.

  • Kauf und Abgabe

    Im Handel darf ein bewilligungspflichtiges Tier nur an jemanden abgegeben werden, der eine entsprechende Bewilligung hat (Art. 109). Die Bewilligung brauchst du also schon beim Kauf.

  • Artenschutzpapiere

    Die Bewilligung ersetzt keine Artenschutzpapiere. Viele bewilligungspflichtige Arten stehen zusätzlich in den Anhängen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), zum Beispiel alle Chamäleons in Anhang II und Brookesia perarmata in Anhang I. Dann brauchen Einfuhr, Ausfuhr und Weitergabe Papiere, die Herkunft und rechtmässigen Erwerb belegen.

    Welche Reptilien brauchen in der Schweiz Artenschutzpapiere?

  • Spinnen, Skorpione und kantonale Regeln

    Die Tierschutzverordnung gilt nur für Wirbeltiere, Kopffüsser und Panzerkrebse (Art. 1). Für Spinnen und Skorpione gibt es deshalb keine Bewilligung nach Art. 89, auch nicht für giftige Arten. Kantonale Vorschriften über gefährliche Tiere können trotzdem gelten, auch zusätzlich für Reptilien: Basel-Stadt zum Beispiel verlangt eine Bewilligung für Skorpione und Spinnen ebenso wie für Giftschlangen, Krustenechsen, Warane und Riesenschlangen über 3 m (Reglement betreffend das Halten gefährlicher Tiere, SG 365.540, § 1 und 2). Frag deshalb vor dem Kauf beim kantonalen Veterinäramt nach.

Quellen: Tierschutzverordnung, Fassung vom 1. Februar 2026; CITES-Status der Chamäleons nach Species+, der Datenbank des UNEP-WCMC zu den CITES-Listen; Reglement des Kantons Basel-Stadt nach der kantonalen Gesetzessammlung. Alles abgerufen am 16. Oktober 2026. Verbindlich entscheidet das kantonale Veterinäramt. Species+ · Reglement Basel-Stadt

Arten mit eigener Seite

Zu diesen 12 bewilligungspflichtigen Arten gibt es auf repticare.ch eine eigene Seite mit Haltung und Rechtslage. Die Bewilligungspflicht umfasst viel mehr Arten: alle Einträge von Artikel 89 stehen weiter oben.

Chamäleons

4 Arten

Die Rechtslage zu jedem Tier in der App

Im Steckbrief jedes Tieres, zusammen mit dem TSchV-Check (Prüfung der Terrariumgrösse nach Tierschutzverordnung).