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ArtenWestliche Hakennasennatter

Westliche Hakennasennatter

Heterodon nasicus

Eine kleine Bodenschlange, die lieber gräbt als klettert und bei Störung ein beeindruckendes Theater aufführt. Ihre vergrösserten hinteren Oberkieferzähne verlangen Respekt beim Umgang.

Gruppe
Schlange
Einordnung
Fortgeschritten
Herkunft
Nordamerika
Westliche Hakennasennatter (Heterodon nasicus)
Foto: The original uploader was Dawson at English Wikipedia., Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5

Wo die Art herkommt

Weltregion
Nordamerika
Länder
Südkanada und zentrale USA
Lebensraum
Trockene Prärien, Grasland und sandige, lockere Böden

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Bodenorientiertes, sehr ausbruchsicheres Terrarium mit grosser Grundfläche; für adulte Tiere in der Praxis häufig etwa 90 × 45–50 × 45–50 cm, grössere Tiere entsprechend mehr.
Temperatur
Wärmeplatz etwa 32–35 °C, mittlere Zone 24–29 °C, kühle Zone ungefähr 20–24 °C. Nachts deutlich kühler möglich, aber nicht unkontrolliert.
Luftfeuchtigkeit
Eher trocken bis mässig, meist ungefähr 30–50 %, mit einer feuchten Häutungsbox. Dauerhaft feuchtes Substrat vermeiden.
Licht
Heller Tag-Nacht-Rhythmus; schwaches UVB und sichtbares Tageslicht sind sinnvoll.
Bodengrund
Tiefe, lockere, grabfähige Schicht, in der stabile Gänge möglich sind; beispielsweise geeignete Erde-Sand-Mischung oder staubarmes grabfähiges Reptiliensubstrat.
Einrichtung
Flache enge Verstecke, Kork, Laub, kleine Äste und freie Grabflächen. Schwere Steine gegen Untergraben sichern.
Wasser
Kleine standfeste Wasserschale, täglich kontrollieren.
Fütterung
Passend grosse aufgetaute Nager; Jungtiere können beim Futterstart anspruchsvoll sein. Nicht durch Überfütterung zu schnellem Wachstum zwingen.
Verhalten
Bodenbewohnend und grabfreudig. Zischen, Halsabflachen und Scheinangriffe sind typische Abwehrreaktionen.
Umgang
Ruhig und kurz. Bei starker Abwehrreaktion Stress reduzieren und nicht weiter bedrängen.
Vergesellschaftung
Einzelhaltung.
Gesundheit
Auf Gewicht, Nasenverletzungen durch Scheibenreiben, Häutung, Atmung und Verdauung achten.
Jahresverlauf
Zwei bis drei Monate Winterruhe bei 10–14 °C entsprechen dem Rhythmus der nordamerikanischen Prärie. Futterpausen im Winter sind normal, besonders bei Männchen. Zwei bis drei Wochen vor dem Abkühlen nicht mehr füttern und das Gewicht wöchentlich festhalten.
Sicherheit
Heterodon besitzt vergrösserte hintere Zähne und Speichel mit biologisch wirksamen Bestandteilen. Bisse vermeiden und nach einem Biss medizinisch beurteilen lassen, besonders bei starker Schwellung oder Allergiesymptomen.

Rechtslage in der Schweiz

Keine Bewilligung vorgesehen

Keine Bewilligung nötig. Die Art ist trugnattern­artig gebaut und besitzt einen schwachen Giftapparat im hinteren Oberkiefer. Art. 89 Buchstabe h TSchV erfasst Schlangen mit Giftapparat, nimmt aber die vom BLV als ungefährlich bezeichneten Arten aus und der Anhang der Wildtierverordnung BLV führt unter Zeile 184 «Heterodon spp.» auf. Damit gilt die Ausnahme für die ganze Gattung

Kein Sachkundenachweis vorgesehen

Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt

Kein CITES-Eintrag

Nicht in den CITES-Anhängen geführt: Einfuhr und Weitergabe brauchen keine Artenschutzpapiere. Der Kaufbeleg gehört trotzdem in die Unterlagen

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung führt diese Art nicht auf. Bei den Schlangen etwa nennt die Tabelle nur Riesenschlangen (Pythons und Boas), Giftnattern, Vipern und Grubenottern sowie einzelne giftige oder gefährliche Nattern; für die übrigen steht dort keine Zahl.

Dann gilt die allgemeine Regel in Anhang 2 (Buchstabe K): Das Gehege muss so gross sein, dass alles, was die Art braucht (Verstecke, Wärmeplatz, Kletteräste), sinnvoll angeordnet werden kann. Als Massstab nennt die Verordnung Fachgutachten auf wissenschaftlicher Grundlage. Eine verbindliche Zahl gibt es deshalb nicht. Die Richtwerte im Rechner stammen aus dem Fachgutachten von 1997. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Ausbruchsicheres Terrarium, artspezifische Temperaturzonen, geeignete Feuchtigkeit, Rückzugsmöglichkeiten, Wasser, Bodengrund und gegebenenfalls Winter- oder Trockenruhe bereitstellen. Lebendfütterung ist nur unter den engen Voraussetzungen von Art. 4 Abs. 3 TSchV zulässig.

Unterlagen

Kaufvertrag und Herkunftsnachweis aufbewahren. Bei Import oder Ausfuhr gelten zusätzlich tierseuchen- und artenschutzrechtliche Bestimmungen.

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Westliche Hakennasennatter in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.