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ArtenTeppichpython

Teppichpython

Morelia spilota

Halbbaumbewohnend, nachtaktiv und je nach Unterart sehr unterschiedlich gross. Kletterhöhe und stabile Äste sind bei ihm keine Deko, sondern Grundausstattung.

Gruppe
Schlange
Einordnung
Fortgeschritten
Herkunft
Australien und Neuguinea
Teppichpython (Morelia spilota)
Foto: Amos T Fairchild, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wo die Art herkommt

Weltregion
Australien und Neuguinea
Länder
Australien, Papua-Neuguinea und Indonesien
Lebensraum
Regenwälder, offene Wälder, felsige Landschaften und Savannen

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Für adulte Tiere nach TSchV mindestens 1 × 0,5 Körperlängen Grundfläche und 0,75 Körperlängen Höhe. Je nach Unterart sind das bei 1,8 m Gesamtlänge 180 × 90 × 135 cm, bei 2 m 200 × 100 × 150 cm und bei 2,5 m 250 × 125 × 188 cm; grössere Tiere entsprechend mehr. Gute Kletterhöhe mit stabilen Ästen, robuste Verriegelung.
Temperatur
Wärmeplatz 31–33 °C, kühle Zone 23–26 °C.
Luftfeuchtigkeit
Etwa 50–70 %, gute Luftbewegung.
Licht
Helles Tageslicht und geeignetes UVB.
Bodengrund
Erde-/Rindenmischung, nicht dauerhaft nass.
Einrichtung
Sehr stabile horizontale Äste, Plattformen und Verstecke.
Wasser
Grosse stabile Wasserschale.
Fütterung
Aufgetaute Nager/Vögel in passenden Abständen.
Verhalten
Halbbaumbewohnend, nachts aktiv, starker Futterreflex möglich.
Umgang
Mit Haken-/Targettraining bei grossen Tieren sinnvoll.
Vergesellschaftung
Einzelhaltung.
Gesundheit
Atemwege, Maul, Wirbelsäule und Gewicht.
Jahresverlauf
Sechs bis zehn Wochen kühlere Phase bei 15–20 °C nachts, je nach Unterart. Der Teppichpython reicht von den Tropen Nordaustraliens bis in den kühlen Süden — bei südlichen Formen ist die Absenkung deutlich, bei nördlichen kaum vorhanden. Unterart und Herkunft klären, bevor abgekühlt wird.
Sicherheit
Kräftiger Biss; sichere Türen.

Rechtslage in der Schweiz

Keine Bewilligung vorgesehen

Keine Bewilligung nötig. Die Tierschutzverordnung führt den Teppichpython in Anhang 2 Tabelle 5 unter Ziffer 43a ohne Vermerk der Bewilligungspflicht. Art. 89 Buchstabe f TSchV erfasst Riesenschlangen, deren Art erwachsen mehr als 3 m lang wird; Teppichpythons bleiben meist bei 2 bis 2,5 m. Bei sehr grossen Tieren im Zweifel beim kantonalen Veterinäramt nachfragen

Kein Sachkundenachweis vorgesehen

Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt

Artenschutz beachten

CITES Anhang II: Einfuhr und Weitergabe nur mit Papieren. Beim Kauf Herkunfts- und Nachzuchtnachweis verlangen

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 43a (Kleine und mittelgrosse Pythons und Boas): Grundfläche 1 × 0,5 Körperlängen, Höhe 0,75 Körperlängen. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 0,5 × 0,2 Körperlängen.

Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Gesamtlänge von der Schnauze bis zur Schwanzspitze. Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.

GesamtlängeMindestens
150 cm150 × 75 × 113 cm
180 cm180 × 90 × 135 cm
210 cm210 × 105 × 158 cm
250 cm250 × 125 × 188 cm
300 cm304 × 152 × 220 cm

Rechnerisch käme bei den grösseren Tieren eine Höhe über 2,2 m heraus. Die Verordnung erlaubt, dort auf 2,2 m zu begrenzen, verlangt dafür aber eine entsprechend grössere Grundfläche, damit das Volumen stimmt. Die Tabelle oben rechnet das bereits so.

Vorübergehend dürfen Tiere in kleineren Gehegen gehalten werden: für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht sowie für die Winter- oder Kältestarre oder die Trockenruhe (Vorbemerkung D zu den Reptilien).

Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben unter «Haltung im Überblick» rechnen diese Untergrenze für ausgewachsene Tiere vor; sie nennen das Minimum, nicht das Ideal.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Artgerechte Wärme- und Lichtzonen, gegebenenfalls UV-B, geeigneter Bodengrund, Rückzug, Kletter- oder Grabmöglichkeiten, Wasser und natürliche Ruheperioden sicherstellen.

Unterlagen

Kaufvertrag und Herkunftsnachweis aufbewahren. Wissenschaftlichen Namen verwenden, um CITES- und Einfuhrstatus zuverlässig zu prüfen.

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Teppichpython in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.