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ArtenGriechische Landschildkröte

Griechische Landschildkröte

Testudo hermanni

Eine Schildkröte für draussen, nicht fürs Wohnzimmer: Freigehege, Sonne und eine echte Winterruhe gehören zwingend dazu.

Gruppe
Schildkröte
Einordnung
Fortgeschritten
Herkunft
Südeuropa
Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni)
Foto: Orchi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wo die Art herkommt

Weltregion
Südeuropa
Länder
Mittelmeerraum von Spanien und Frankreich bis zum Balkan
Lebensraum
Trockene Buschlandschaften, lichte Wälder, Wiesen und felsige Hänge

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Freigehege im Garten ab 8 m² für ein Tier, mit Frühbeet oder Gewächshaus. Zimmerhaltung ist bei dieser Art keine Haltung.
Temperatur
Sonnenplatz 35–40 °C, Schattenbereiche zwingend. Überwinterung bei 4–6 °C.
Luftfeuchtigkeit
Aussenklima; feuchte Rückzugsstellen und Grabmöglichkeit.
Licht
Natürliches Sonnenlicht ist durch nichts zu ersetzen. Drinnen starkes UV-B.
Bodengrund
Erde-Sand-Gemisch mit Grasnarbe, tief genug zum Eingraben.
Einrichtung
Steinhaufen, Wurzeln, Sträucher, ausbruchsichere Umrandung mit Sichtschutz.
Wasser
Flache Schale zum Trinken und Baden, täglich frisch.
Fütterung
Ausschliesslich Wildkräuter: Löwenzahn, Wegerich, Distel. Kein Obst, kein Gemüse, kein Fertigfutter. Kalkquelle anbieten.
Verhalten
Tagaktiv, gräbt, sonnt ausgiebig. Männchen bedrängen Weibchen ausdauernd.
Umgang
Nur zur Kontrolle. Regelmässiges Wiegen zeigt Probleme früh.
Vergesellschaftung
Einzeln oder mehrere Weibchen. Zwei Männchen bedeuten Dauerstress. Bedrängt ein Männchen die Weibchen dauerhaft — anhaltendes Berammeln, Beissen, kein Ausweichen möglich —, ist eine Kastration aus Tierschutzsicht die bessere Lösung als eine Trennung auf engem Raum. Der Eingriff gehört in die Hand einer reptilienerfahrenen Tierärztin; er nimmt dem Tier den Fortpflanzungsdruck, nicht das Wesen. Diese Empfehlung stammt vom Zürcher Tierschutz.
Gesundheit
Höckerbildung durch falsches Futter und zu trockene Aufzucht ist der häufigste Dauerschaden.
Jahresverlauf
Winterstarre von Oktober bis März bei 4–6 °C ist zwingend, nicht optional.
Sicherheit
Keine Haltebewilligung nötig, aber ein Herkunftsnachweis (Art. 10 BGCITES). Eine allgemeine Kennzeichnungspflicht gibt es in der Schweiz nicht.

Rechtslage in der Schweiz

Keine Bewilligung vorgesehen

Keine Bewilligung nötig. Die Art gehört zu keiner der in Art. 89 TSchV aufgezählten Gruppen

Kein Sachkundenachweis vorgesehen

Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt

Artenschutz beachten

CITES Anhang II (Washingtoner Artenschutzabkommen). In der Schweiz brauchst du für jedes Tier Papiere, die Herkunft und rechtmässigen Erwerb belegen. Bei der Abgabe gehen sie mit (Art. 10 BGCITES). Wer das Tier öffentlich anbietet, nennt CITES-Anhang, wissenschaftlichen Namen und ob es aus einer Zucht oder der Natur stammt (Art. 7a VCITES). Eine allgemeine Kennzeichnungspflicht gibt es in der Schweiz nicht. Die oft genannte Mikrochip-Pflicht gilt in der EU, die die Art in Anhang A führt

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 4 (Europäische Landschildkröten): Grundfläche 8 × 4 Körperlängen. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 2 × 2 Körperlängen.

Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Panzerlänge, gerade gemessen vom vorderen zum hinteren Panzerrand, nicht über die Wölbung (Carapax-Stockmass). Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.

PanzerlängeMindestens
12 cm96 × 48 cm
16 cm128 × 64 cm
20 cm160 × 80 cm
25 cm200 × 100 cm

Vorübergehend dürfen Tiere in kleineren Gehegen gehalten werden: für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht sowie für die Winter- oder Kältestarre oder die Trockenruhe (Vorbemerkung D zu den Reptilien).

Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben unter «Haltung im Überblick» beschreiben, wie das Gehege eingerichtet sein soll, nicht wie klein es sein darf.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Haltungsanforderungen sind anhand der genauen Art und Anhang 2 Tabelle 5 zu bestimmen. Bei Landschildkröten sind insbesondere geeignete Freilandhaltung, Sonnen-/UV-Versorgung, Strukturierung und artspezifische Winterruhe zu berücksichtigen.

Unterlagen

Kaufvertrag und lückenloser Herkunftsnachweis aufbewahren. Vor Kauf, Verkauf, Import oder Export den CITES-Status mit dem wissenschaftlichen Namen prüfen und erforderliche Dokumente vor dem Grenzübertritt beschaffen.

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Griechische Landschildkröte in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.