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ArtenBreitrandschildkröte

Breitrandschildkröte

Testudo marginata

Die grösste europäische Landschildkröte, mit ausgestelltem Panzerrand bei alten Tieren. Sie gehört das halbe Jahr ins Freigehege. Eine Zimmerhaltung ist bei dieser Art keine Haltung.

Gruppe
Schildkröte
Einordnung
Fortgeschritten
Herkunft
Südeuropa
Breitrandschildkröte (Testudo marginata) im Freigehege
Foto: Bouke ten Cate, Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Wo die Art herkommt

Weltregion
Südeuropa
Länder
Griechenland und Albanien; eingeführte Bestände auf Sardinien und in der Toskana
Lebensraum
Trockene Hänge mit Macchia und Felsen

Zu dieser Art führt die App noch keine Herkunftsangabe. Die Verbreitung stammt hier aus der Fachliteratur.

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Freigehege im Garten ab 10 m² für ein Tier, mit Frühbeet oder Gewächshaus. Zimmerhaltung nur für Jungtiere und im Notfall.
Temperatur
Sonnenplatz 35–40 °C, Schattenbereiche zwingend. Überwinterung bei 4–6 °C.
Luftfeuchtigkeit
Aussenklima; feuchte Rückzugsstellen und Grabmöglichkeit.
Licht
Natürliches Sonnenlicht ist durch nichts zu ersetzen. Drinnen starkes UV-B.
Bodengrund
Erde-Sand-Gemisch mit Grasnarbe, tief genug zum Eingraben.
Einrichtung
Steinhaufen, Wurzeln, Sträucher, ausbruchsichere Umrandung mit Sichtschutz.
Wasser
Flache Schale zum Trinken und Baden, täglich frisch.
Fütterung
Ausschliesslich Wildkräuter: Löwenzahn, Wegerich, Distel. Kein Obst, kein Gemüse, kein Fertigfutter. Kalkquelle anbieten.
Verhalten
Tagaktiv, gräbt, sonnt ausgiebig. Männchen bedrängen Weibchen ausdauernd.
Umgang
Nur zur Kontrolle. Regelmässig wiegen, das zeigt Probleme früh.
Vergesellschaftung
Einzeln oder mehrere Weibchen. Zwei Männchen bedeuten Dauerstress. Bedrängt ein Männchen die Weibchen dauerhaft — anhaltendes Berammeln, Beissen, kein Ausweichen möglich —, ist eine Kastration aus Tierschutzsicht die bessere Lösung als eine Trennung auf engem Raum. Der Eingriff gehört in die Hand einer reptilienerfahrenen Tierärztin; er nimmt dem Tier den Fortpflanzungsdruck, nicht das Wesen. Diese Empfehlung stammt vom Zürcher Tierschutz.
Gesundheit
Höckerbildung durch falsches Futter und zu wenig Feuchtigkeit ist der häufigste Dauerschaden.
Jahresverlauf
Winterstarre von Oktober bis März bei 4–6 °C ist zwingend, nicht optional.
Sicherheit
Keine Haltebewilligung nötig, aber ein Herkunftsnachweis (Art. 10 BGCITES). Eine allgemeine Kennzeichnungspflicht gibt es in der Schweiz nicht.

Rechtslage in der Schweiz

Keine Bewilligung vorgesehen

Keine Bewilligung nötig. Die Art gehört zu keiner der in Art. 89 TSchV aufgezählten Gruppen

Kein Sachkundenachweis vorgesehen

Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt

Artenschutz beachten

CITES Anhang II (Washingtoner Artenschutzabkommen). In der Schweiz brauchst du für jedes Tier Papiere, die Herkunft und rechtmässigen Erwerb belegen. Bei der Abgabe gehen sie mit (Art. 10 BGCITES). Wer das Tier öffentlich anbietet, nennt CITES-Anhang, wissenschaftlichen Namen und ob es aus einer Zucht oder der Natur stammt (Art. 7a VCITES). Eine allgemeine Kennzeichnungspflicht gibt es in der Schweiz nicht. Die oft genannte Mikrochip-Pflicht gilt in der EU, die die Art in Anhang A führt

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 4 (Europäische Landschildkröten): Grundfläche 8 × 4 Körperlängen. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 2 × 2 Körperlängen.

Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Panzerlänge, gerade gemessen vom vorderen zum hinteren Panzerrand, nicht über die Wölbung (Carapax-Stockmass). Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.

PanzerlängeMindestens
20 cm160 × 80 cm
25 cm200 × 100 cm
30 cm240 × 120 cm
35 cm280 × 140 cm

Vorübergehend dürfen Tiere in kleineren Gehegen gehalten werden: für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht sowie für die Winter- oder Kältestarre oder die Trockenruhe (Vorbemerkung D zu den Reptilien).

Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben unter «Haltung im Überblick» beschreiben, wie das Gehege eingerichtet sein soll, nicht wie klein es sein darf.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Artgerechte Wärme- und Lichtzonen, gegebenenfalls UV-B, geeigneter Bodengrund, Rückzug, Kletter- oder Grabmöglichkeiten, Wasser und natürliche Ruheperioden sicherstellen.

Unterlagen

Herkunftsnachweis der Vorbesitzerin oder des Vorbesitzers verlangen und unterschreiben lassen; ohne ihn ist der Kauf nicht legal nachvollziehbar. Papiere lebenslang aufbewahren und bei Weitergabe mitgeben (Art. 10 BGCITES).

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Breitrandschildkröte in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.