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ArtenBrasilianische Regenbogenboa

Brasilianische Regenbogenboa

Epicrates cenchria

Der schillernde Glanz auf den Schuppen entsteht durch Lichtbrechung, nicht durch Farbe. Die Art braucht deutlich mehr Feuchtigkeit als andere Boas und quittiert Trockenheit mit Häutungsproblemen.

Gruppe
Schlange
Einordnung
Fortgeschritten
Herkunft
Südamerika
Brasilianische Regenbogenboa (Epicrates cenchria) mit schillernden Schuppen
Foto: Stijn99, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo die Art herkommt

Weltregion
Südamerika
Länder
Brasilien, Guyana, Suriname und angrenzende Länder
Lebensraum
Feuchte Tieflandwälder und Waldränder

Zu dieser Art führt die App noch keine Herkunftsangabe. Die Verbreitung stammt hier aus der Fachliteratur.

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Bodenorientiert, mit Kletterteil und hoher Luftfeuchtigkeit.
Temperatur
Warme Seite 30 °C, kühle Seite 24–26 °C, nachts 22–24 °C.
Luftfeuchtigkeit
75–85 %. Unter 70 % beginnen die Probleme.
Licht
Schwaches UV-B förderlich, nicht zwingend.
Bodengrund
Tiefer, feuchtigkeitsspeichernder Bodengrund aus Erde und Rinde.
Einrichtung
Kräftige Äste, mindestens zwei Verstecke, grosses Wasserbecken.
Wasser
Grosses Becken zum Baden, wöchentlich frisch.
Fütterung
Ein passender Nager alle zehn bis vierzehn Tage.
Verhalten
Dämmerungs- und nachtaktiv, klettert gern. Jungtiere sind bissig, erwachsene meist ruhig.
Umgang
Möglich, nach dem Fressen einige Tage nicht.
Vergesellschaftung
Einzeln.
Gesundheit
Häutungsprobleme und Atemwegsinfekte bei falscher Feuchtigkeit: zu trocken wie zu nass.
Jahresverlauf
Keine Winterruhe: tropisches Südamerika. Eine trockenere Phase von sechs bis acht Wochen mit Nachtabsenkung auf 22–24 °C entspricht dem Jahresrhythmus; danach wieder gleichmässig hohe Luftfeuchtigkeit. Diese Art reagiert empfindlich auf zu trockene Haltung.
Sicherheit
Bleibt mit rund zwei Metern unter der Drei-Meter-Grenze für bewilligungspflichtige Riesenschlangen.

Rechtslage in der Schweiz

Keine Bewilligung vorgesehen

Keine Bewilligung nötig. Die Art gehört zu keiner der in Art. 89 TSchV aufgezählten Gruppen

Kein Sachkundenachweis vorgesehen

Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt

Artenschutz beachten

CITES Anhang II: Einfuhr und Weitergabe nur mit Papieren. Beim Kauf Herkunfts- und Nachzuchtnachweis verlangen

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 43a (Kleine und mittelgrosse Pythons und Boas): Grundfläche 1 × 0,5 Körperlängen, Höhe 0,75 Körperlängen. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 0,5 × 0,2 Körperlängen.

Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Gesamtlänge von der Schnauze bis zur Schwanzspitze. Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.

GesamtlängeMindestens
120 cm120 × 60 × 90 cm
150 cm150 × 75 × 113 cm
180 cm180 × 90 × 135 cm
200 cm200 × 100 × 150 cm

Vorübergehend dürfen Tiere in kleineren Gehegen gehalten werden: für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht sowie für die Winter- oder Kältestarre oder die Trockenruhe (Vorbemerkung D zu den Reptilien).

Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben unter «Haltung im Überblick» beschreiben, wie das Gehege eingerichtet sein soll, nicht wie klein es sein darf.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Artgerechte Wärme- und Lichtzonen, gegebenenfalls UV-B, geeigneter Bodengrund, Rückzug, Kletter- oder Grabmöglichkeiten, Wasser und natürliche Ruheperioden sicherstellen.

Unterlagen

Kaufvertrag und Herkunftsnachweis aufbewahren. Wissenschaftlichen Namen verwenden, um CITES- und Einfuhrstatus zuverlässig zu prüfen.

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Brasilianische Regenbogenboa in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.