Zum Inhalt springen

ArtenGrüne Wasseragame

Grüne Wasseragame

Physignathus cocincinus

Eine grosse, gesellige Echse, die schwimmt und klettert. Sie braucht ein Becken, das eher an ein Zimmer erinnert als an ein Terrarium und rennt sonst gegen die Scheibe, bis die Schnauze wund ist.

Gruppe
Echse
Einordnung
Fortgeschritten
Herkunft
Südostasien
Grüne Wasseragame (Physignathus cocincinus) zwischen Pflanzen
Foto: Chris Oldnall, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wo die Art herkommt

Weltregion
Südostasien
Länder
Vietnam, Laos, Kambodscha, Südchina, Thailand
Lebensraum
Ufer tropischer Wälder, stets in Wassernähe

Zu dieser Art führt die App noch keine Herkunftsangabe. Die Verbreitung stammt hier aus der Fachliteratur.

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Grosser Wasserteil zum Schwimmen, dazu Kletterhöhe.
Temperatur
Sonnenplatz 38 °C, Umgebung 26–30 °C, nachts 22–24 °C.
Luftfeuchtigkeit
70–80 %, mehrmals täglich sprühen oder Beregnung.
Licht
UV-B über dem Sonnenplatz, zwölf Stunden.
Bodengrund
Erde-Sand-Gemisch mit Laub, sauber zu halten.
Einrichtung
Kräftige schräge Äste, grosse Blattpflanzen, Sichtschutz. Frontscheibe im unteren Bereich abkleben, solange die Tiere jung sind.
Wasser
Grosses Wasserbecken, mindestens körpertief, mit Filter und wöchentlichem Wechsel.
Fütterung
Insekten, gelegentlich Fisch und Obst. Erwachsene alle zwei bis drei Tage.
Verhalten
Tagaktiv, klettert und schwimmt. Bei Schreck Sprung ins Wasser: Deshalb muss es dort tief genug sein.
Umgang
Nur wenn nötig. Die Tiere gewöhnen sich an Menschen, bleiben aber kräftig und schnell.
Vergesellschaftung
Ein Männchen mit ein bis zwei Weibchen. Männchen untereinander nicht.
Gesundheit
Wundgescheuerte Schnauzen durch zu kleine Becken sind das häufigste Bild bei dieser Art.
Jahresverlauf
Keine Winterruhe: tropisches Südostasien. Eine trockenere Phase von sechs bis acht Wochen mit Nachtabsenkung auf 20–22 °C und kürzerer Beleuchtung entspricht dem Monsunrhythmus. Danach wieder gleichmässig hohe Luftfeuchtigkeit.
Sicherheit
Wasseragamen fallen nicht unter Art. 89 TSchV. Bewilligungspflichtig sind unter den Agamen nur Segelechsen (Hydrosaurus), Flugdrachen (Draco) und der Dornteufel (Moloch horridus).

Rechtslage in der Schweiz

Keine Bewilligung vorgesehen

Keine Bewilligung nötig. Die Art gehört zu keiner der in Art. 89 TSchV aufgezählten Gruppen

Kein Sachkundenachweis vorgesehen

Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt

Artenschutz beachten

CITES Anhang II: Einfuhr und Weitergabe nur mit Papieren. Beim Kauf Herkunfts- und Nachzuchtnachweis verlangen

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 19 (Wasseragamen): Landteil 5 × 3 Körperlängen, Höhe 5 Körperlängen, dazu Wasserteil 2 × 2 bei 1 Körperlänge Tiefe. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 2 × 2 Körperlängen.

Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Kopf-Rumpf-Länge, also ohne Schwanz. Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.

Kopf-Rumpf-LängeMindestens
15 cmLandteil 75 × 45 × 75 cm, dazu Wasserteil 30 × 30 cm, 15 cm an der tiefsten Stelle
20 cmLandteil 100 × 60 × 100 cm, dazu Wasserteil 40 × 40 cm, 20 cm an der tiefsten Stelle
25 cmLandteil 125 × 75 × 125 cm, dazu Wasserteil 50 × 50 cm, 25 cm an der tiefsten Stelle

Vorübergehend dürfen Tiere in kleineren Gehegen gehalten werden: für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht sowie für die Winter- oder Kältestarre oder die Trockenruhe (Vorbemerkung D zu den Reptilien).

Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben unter «Haltung im Überblick» beschreiben, wie das Gehege eingerichtet sein soll, nicht wie klein es sein darf.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Artgerechte Wärme- und Lichtzonen, gegebenenfalls UV-B, geeigneter Bodengrund, Rückzug, Kletter- oder Grabmöglichkeiten, Wasser und natürliche Ruheperioden sicherstellen.

Unterlagen

Kaufvertrag und Herkunftsnachweis aufbewahren. Wissenschaftlichen Namen verwenden, um CITES- und Einfuhrstatus zuverlässig zu prüfen.

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Grüne Wasseragame in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.