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ArtenKöhlerschildkröte

Köhlerschildkröte

Chelonoidis carbonarius

Die verbreitetste tropische Landschildkröte im Handel und ganz anders zu halten als die europäischen: warm und feucht das ganze Jahr, ohne Winterstarre.

Gruppe
Schildkröte
Einordnung
Fortgeschritten
Herkunft
Südamerika
Köhlerschildkröte (Chelonoidis carbonarius)
Foto: Bernard DUPONT from FRANCE, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Wo die Art herkommt

Weltregion
Südamerika
Länder
Panama, nördliches und mittleres Südamerika bis Nordargentinien
Lebensraum
Feuchte Savannen und Waldränder

Zu dieser Art führt die App noch keine Herkunftsangabe. Die Verbreitung stammt hier aus der Fachliteratur.

Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.

Haltung im Überblick

Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.

Terrarium
Zimmergehege für bis zu zwei Tiere nach TSchV mindestens 8 × 4 Panzerlängen: bei 30 cm Panzerlänge 240 × 120 cm, bei 40 cm 320 × 160 cm, bei 50 cm 400 × 200 cm. Die Verordnung gibt neben der Fläche auch das Verhältnis von Länge zu Breite vor. Im Sommer Freigehege mit Schutzhaus.
Temperatur
Sonnenplatz 35 °C, Umgebung 26–30 °C, nachts nicht unter 22 °C.
Luftfeuchtigkeit
70–80 %. Anders als bei europäischen Arten ist Feuchtigkeit hier zwingend.
Licht
Starkes UV-B über zwölf Stunden.
Bodengrund
Tiefes, feuchtes Erde-Rinden-Gemisch mit Laub.
Einrichtung
Grosse Verstecke, Pflanzen, feuchte Rückzugsecke.
Wasser
Flaches Becken zum Trinken und Baden, täglich frisch.
Fütterung
Überwiegend Kräuter, Blätter und Pilze, dazu Obst und alle zwei Wochen etwas tierisches Eiweiss: Anders als bei den europäischen Arten gehört es zur Ernährung.
Verhalten
Tagaktiv, ruhig, wenig scheu.
Umgang
Nur zur Kontrolle und zum Wiegen.
Vergesellschaftung
Einzeln oder mehrere Weibchen bei viel Platz. Bedrängt ein Männchen die Weibchen dauerhaft — anhaltendes Berammeln, Beissen, kein Ausweichen möglich —, ist eine Kastration aus Tierschutzsicht die bessere Lösung als eine Trennung auf engem Raum. Der Eingriff gehört in die Hand einer reptilienerfahrenen Tierärztin; er nimmt dem Tier den Fortpflanzungsdruck, nicht das Wesen. Diese Empfehlung stammt vom Zürcher Tierschutz.
Gesundheit
Höckerbildung bei zu trockener Aufzucht; Atemwegsinfekte bei Kälte.
Jahresverlauf
Keine Winterstarre: Die Art stammt aus den Tropen. Ganzjährig warm halten.
Sicherheit
Keine Haltebewilligung nötig, aber CITES-Papiere und Herkunftsnachweis.

Rechtslage in der Schweiz

Keine Bewilligung vorgesehen

Keine Bewilligung nötig. Die Art gehört zu keiner der in Art. 89 TSchV aufgezählten Gruppen

Kein Sachkundenachweis vorgesehen

Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt

Artenschutz beachten

CITES Anhang II: Einfuhr und Weitergabe nur mit Papieren. Beim Kauf Herkunfts- und Nachzuchtnachweis verlangen

Mindestmasse für das Gehege

Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 3 (Tropische und subtropische Landschildkröten): Grundfläche 8 × 4 Körperlängen. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 2 × 2 Körperlängen.

Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Panzerlänge, gerade gemessen vom vorderen zum hinteren Panzerrand, nicht über die Wölbung (Carapax-Stockmass). Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.

PanzerlängeMindestens
25 cm200 × 100 cm
30 cm240 × 120 cm
40 cm320 × 160 cm
50 cm400 × 200 cm

Vorübergehend dürfen Tiere in kleineren Gehegen gehalten werden: für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht sowie für die Winter- oder Kältestarre oder die Trockenruhe (Vorbemerkung D zu den Reptilien).

Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben unter «Haltung im Überblick» rechnen diese Untergrenze für ausgewachsene Tiere vor; sie nennen das Minimum, nicht das Ideal.

Mindestmass berechnen

Was das Gehege bieten muss

Artgerechte Wärme- und Lichtzonen, gegebenenfalls UV-B, geeigneter Bodengrund, Rückzug, Kletter- oder Grabmöglichkeiten, Wasser und natürliche Ruheperioden sicherstellen.

Unterlagen

Herkunftsnachweis und CITES-Papiere verlangen und lebenslang aufbewahren.

Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage

Köhlerschildkröte in ReptiCare führen

Steckbrief anlegen, Terrariummasse prüfen, Fütterungen und Häutungen festhalten.