ArtenKöhlerschildkröte
Köhlerschildkröte
Chelonoidis carbonarius
Die verbreitetste tropische Landschildkröte im Handel und ganz anders zu halten als die europäischen: warm und feucht das ganze Jahr, ohne Winterstarre.
- Gruppe
- Schildkröte
- Einordnung
- Fortgeschritten
- Herkunft
- Südamerika

Wo die Art herkommt
- Weltregion
- Südamerika
- Länder
- Panama, nördliches und mittleres Südamerika bis Nordargentinien
- Lebensraum
- Feuchte Savannen und Waldränder
Zu dieser Art führt die App noch keine Herkunftsangabe. Die Verbreitung stammt hier aus der Fachliteratur.
Der natürliche Lebensraum ist der Massstab für die Einrichtung. Wer weiss, woher ein Tier stammt, versteht auch, warum es Wärmezonen, Verstecke und eine bestimmte Luftfeuchtigkeit braucht.
Haltung im Überblick
Dieselben Angaben stehen in der App im Steckbrief des Tieres.
- Terrarium
- Zimmergehege für bis zu zwei Tiere nach TSchV mindestens 8 × 4 Panzerlängen: bei 30 cm Panzerlänge 240 × 120 cm, bei 40 cm 320 × 160 cm, bei 50 cm 400 × 200 cm. Die Verordnung gibt neben der Fläche auch das Verhältnis von Länge zu Breite vor. Im Sommer Freigehege mit Schutzhaus.
- Temperatur
- Sonnenplatz 35 °C, Umgebung 26–30 °C, nachts nicht unter 22 °C.
- Luftfeuchtigkeit
- 70–80 %. Anders als bei europäischen Arten ist Feuchtigkeit hier zwingend.
- Licht
- Starkes UV-B über zwölf Stunden.
- Bodengrund
- Tiefes, feuchtes Erde-Rinden-Gemisch mit Laub.
- Einrichtung
- Grosse Verstecke, Pflanzen, feuchte Rückzugsecke.
- Wasser
- Flaches Becken zum Trinken und Baden, täglich frisch.
- Fütterung
- Überwiegend Kräuter, Blätter und Pilze, dazu Obst und alle zwei Wochen etwas tierisches Eiweiss: Anders als bei den europäischen Arten gehört es zur Ernährung.
- Verhalten
- Tagaktiv, ruhig, wenig scheu.
- Umgang
- Nur zur Kontrolle und zum Wiegen.
- Vergesellschaftung
- Einzeln oder mehrere Weibchen bei viel Platz. Bedrängt ein Männchen die Weibchen dauerhaft — anhaltendes Berammeln, Beissen, kein Ausweichen möglich —, ist eine Kastration aus Tierschutzsicht die bessere Lösung als eine Trennung auf engem Raum. Der Eingriff gehört in die Hand einer reptilienerfahrenen Tierärztin; er nimmt dem Tier den Fortpflanzungsdruck, nicht das Wesen. Diese Empfehlung stammt vom Zürcher Tierschutz.
- Gesundheit
- Höckerbildung bei zu trockener Aufzucht; Atemwegsinfekte bei Kälte.
- Jahresverlauf
- Keine Winterstarre: Die Art stammt aus den Tropen. Ganzjährig warm halten.
- Sicherheit
- Keine Haltebewilligung nötig, aber CITES-Papiere und Herkunftsnachweis.
Rechtslage in der Schweiz
Keine Bewilligung vorgesehen
Keine Bewilligung nötig. Die Art gehört zu keiner der in Art. 89 TSchV aufgezählten Gruppen
Kein Sachkundenachweis vorgesehen
Kein Sachkundenachweis vorgeschrieben. Er ist nur für die in Art. 89 TSchV genannten Tiere verlangt
Artenschutz beachten
CITES Anhang II: Einfuhr und Weitergabe nur mit Papieren. Beim Kauf Herkunfts- und Nachzuchtnachweis verlangen
Mindestmasse für das Gehege
Anhang 2 Tabelle 5 der Tierschutzverordnung gibt keine Zentimeter vor, sondern Vielfache der Körperlänge. Für diese Art gilt Ziffer 3 (Tropische und subtropische Landschildkröten): Grundfläche 8 × 4 Körperlängen. Die Grundfläche gilt für bis zu zwei Tiere; jedes weitere Tier verlangt zusätzlich 2 × 2 Körperlängen.
Als Körperlänge zählt bei dieser Gruppe die Panzerlänge, gerade gemessen vom vorderen zum hinteren Panzerrand, nicht über die Wölbung (Carapax-Stockmass). Massgebend ist das grösste Tier im Gehege. Kleiner darf das Gehege auch dann nicht sein, wenn weniger Tiere darin leben, als die Tabelle nennt.
| Panzerlänge | Mindestens |
|---|---|
| 25 cm | 200 × 100 cm |
| 30 cm | 240 × 120 cm |
| 40 cm | 320 × 160 cm |
| 50 cm | 400 × 200 cm |
Vorübergehend dürfen Tiere in kleineren Gehegen gehalten werden: für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht sowie für die Winter- oder Kältestarre oder die Trockenruhe (Vorbemerkung D zu den Reptilien).
Das ist die gesetzliche Untergrenze, keine Empfehlung. Ein Gehege, das genau diese Masse erreicht, ist erlaubt, aber nicht deshalb gut. Die Angaben unter «Haltung im Überblick» rechnen diese Untergrenze für ausgewachsene Tiere vor; sie nennen das Minimum, nicht das Ideal.
Was das Gehege bieten muss
Artgerechte Wärme- und Lichtzonen, gegebenenfalls UV-B, geeigneter Bodengrund, Rückzug, Kletter- oder Grabmöglichkeiten, Wasser und natürliche Ruheperioden sicherstellen.
Unterlagen
Herkunftsnachweis und CITES-Papiere verlangen und lebenslang aufbewahren.
Diese Angaben sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich Auskunft gibt das kantonale Veterinäramt; massgebend ist der Verordnungstext. Mehr zur Rechtslage
